Die Hintergrundgedanken, die zur Entstehung des Kindertheater Carabuffo geführt haben, beziehen sich hauptsächlich auf Neil Postman’s Buch 'Das Verschwinden der Kindheit’.

Anliegen ist es, die mündlichen sozialen Interaktionen beim Kind anzuregen und den direkten, lebendigen Kontakt von Person zu Person zu fördern.

Durch das Erzählen, Zuhören und Spielen soll den Kindern eine Umwelt gegeben werden, in der 'Kindhaftigkeit’, d.h. Spontaneität und Vorstellungskraft, lebendig und direkt – live – erlebbar sind.

Im notwendigen Gegengewicht zu den elektronischen Medien wird keine vorgeformte symbolische Bildwelt gegeben, sondern im Kind direkt erzeugte Bilder, Handlungen, Worte stehen im Mittelpunkt des Theaterspiels.
Die Wandelbarkeit und die Neugier der Kinder werden angesprochen, es wird gespielt, ohne Trainer und Schiedsrichter. Es werden der gerade zur Verfügung stehende Raum und die zur Verfügung stehenden Mittel benutzt, und es soll allein um des Vergnügen willens gespielt werden.

Märchen bzw. qualifizierte Kinderliteratur geben den Projekten den Stoff.
„Gerade im Märchen wird das Böse in einer Form offenbart, die es den Kindern gestattet, diese Erkenntnisse des Bösen ohne Trauma zu verarbeiten“ (Bruno Bettelheim).

Im Fernsehen überwiegt häufig die Darstellung von Gewalt. Von einer Vielzahl von Kindern wird Fernsehen sehr häufig unkontrolliert benutzt. Diese Kinder sind im Erleben des Bösen in einer Erwachsenensprache, in der Denk-, Erfahrungs- und Redeweise von Erwachsenen, hilflos ausgesetzt.
Durch die Ausbreitung der Medien und dem jederzeit möglichen Zugang der Kinder zu den Medien wird dem Elternhaus und der Schule die Kontrolle über die Information, die an die Kinder ergeht, genommen.

„Die Förderung der Anschauung bedingt zwangsläufig ein Zurückdrängen des Gesprochenen und Geschriebenen und damit des Denkens.“ (Rudolf Arnheim)

„Den elektronischen Medien ist es nicht möglich, Geheimnisse zu bewahren. Ohne Geheimnisse kann es so etwas wie Kindheit nicht geben.“ (Neil Postman)

Mit den Kindertheater Carabuffo soll dem Risiko entgegengewirkt werden, dass das Kind zum kleinen Erwachsenen gemacht wird. Ein kindgemäßer Stoff, Anregung zum miteinander sprechen, zum spontanen Spiel, Neugier und Geheimnis sollen dem Kind die Welt seiner Phantasie gebrauchen lehren, sollen verbale und nonverbale Kommunikation anregen.
Das Projekt soll die elektronischen Medien nicht 'verteufeln’, sondern ein notwendiges Gegengewicht zu ihnen bilden.
Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Jedoch auch nur wenige Tropfen haben eine Wirkung!